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Warum wurde „Fit After Eight“ entwickelt?

An neuen Ideen zur Gestaltung der berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildung mangelt es nicht: E-Learning, Continuous Medical Education und Continuous Professional Development sind mittlerweile bekannte Schlagworte, die Übertragung in das deutsche System und die didaktische Realisierung bleiben Gegenstand fortlaufender Diskussionen.

Untersuchungen zur universitären medizinischen Ausbildung haben gezeigt:

  • Frontalunterricht zur Vermittlung von Faktenwissen ist wenig effektiv, überlässt dem Dozenten die Festsetzung der Lernziele und übergeht wesentliche chirurgische Kernkompetenzen.
  • Eine systematische Evaluation des Lernerfolges findet in der Regel nicht statt.
  • Aktivierende Lehrmethoden, wie z. B. das problemorientierte Lernen an realistischen Einzelfällen und Alltagssituationen, werden zu selten eingesetzt, obwohl sie nachweislich die beste Motivation erzeugen und zu den besten Lernerfolgen führen.

Mit der Etablierung des Facharztes für Orthopädie und Unfallchirurgie wurden diese Überlegungen insofern interessant, als die Fülle des Stoffes im gemeinsamen Fach stark zunahm. Selbst in den bisher üblichen Crash-Kursen lässt sich ein solcher Stoffumfang nicht mehr didaktisch sinnvoll abbilden. Daher erscheint exemplarisches Lernen sinnvoller, erfordert aber neue Lehrmethoden.

Innerhalb der wissenschaftlichen Fach­gesell­schaften DGOU, DGU und DGOOC wird daher seit mehreren Jahren gezielt an Angeboten im Bereich strukturierter, berufsbegleitender Weiterbildung nach modernen Lehrkonzepten gearbeitet.

Bereits im Oktober 2006 wurde durch Beschluss des Präsidiums der DGU eine Taskforce Fort- und Weiterbildung gegründet. Diese setzte sich das ehrgeizige Ziel, ab Herbst 2008 ein neues Curriculum anzubieten. Aktiv an der Entwicklung beteiligt waren neben der Taskforce und der AUC-Akademie der Unfallchirurgie auch die Akademie Deutscher Orthopäden und die zuständigen Gremien von DGU, DGOOC, BVOU, und BDC. Waren anfänglich überwiegend Unfallchirurgen in der Gruppe, so stießen ab August 2007 weitere Orthopäden hinzu. Inzwischen hat sich „Fit After Eight“ als berufsbegleitendes Format etabliert. Seit 2012 werden pro Jahr mindestens 2 Doppelmodule angeboten, so dass die bestehenden 4 Doppelmodule in 2 Jahren besucht werden können.

„Fit After Eight“ ist also ein Resultat gemeinsamer Anstrengungen und wird seit mehreren Jahren von vielen Weiterbildungsassistenten und -assistentinnen rege besucht. Die medizindidaktische Weiterentwicklung liegt in den Händen der Taskforce „Fit-After-Eight“ der DGOU, für das Management und den Service rund um das Kursformat ist die AUC – Akademie der Unfallchirurgie verantwortlich.